Schwankender Boden.

Die letzten beiden Wochen waren sehr, sehr anstrengend.

Wenn man merkt, dass zwei Kolleginnen mobben – und man selbst Ziel dieser Intrigen ist – dann verletzt das sehr. Und was eigentlich noch schlimmer ist: Es verunsichert zutiefst. Ich liege nachts wache, hinterfrage mein professionelles Handeln, suche nach Punkten, wo die Vorwürfe, die mir (größtenteils hintenherum) gemacht werden, zutreffen – suche also irgendwie die Schuld bei mir. Dass da offenbar ganz viel Neid und Mißgunst dahinter stecken, weiß mein Kopf – meinem Bauch fällt es schwer, das anzunehmen (drei Kilo habe ich in den letzten Tagen verloren).

Ich bin froh, dass ich jetzt zwei Wochen zum Abstand gewinnen habe. Zeit, mich zu erden und zu leben, was wirklich wichtig ist. Zeit, mir meiner Selbst wieder sicherer zu werden.

Wie es im neuen Jahr weitergehen wird? Ich weiß es noch nicht. Das Problem wird sich nicht in Luft auflösen. Ich kann nur meine Einstellung dazu ändern, um mich nicht klein machen zu lassen.

Sonntagsfreude.

Ein goldener Tag voller Wärme im Innen und Außen.

Die große Tochter reitet mit dem Nachbarn aus – nach zwei Stunden ist sie mit glänzenden Augen und roten Wangen wieder zurück.

Die Jungs freuen sich über den Patenonkelbesuch und bauen stundenlang im Wald an ihrer Räuberbude.

Das Frühlingsmädchen streift über den Hof, buddelt, schaukelt, streichelt die kleine Findelkatze.

Der Mann und ich graben und schleppen im Garten und zwischendurch lächeln wir uns quer über die Beete zu und sind uns einig: “Ein wunderbares Leben haben wir hier!”

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Sonntagsfreude.

Musik entdecken, die mir aus dem Herzen spricht.

Why is it so hard to be good
‘Cause I don’t like my face in the mirror staring back at me
Why is it so hard to be kind
Embrace the ones you love like you do every day

Mary, Holy Mary, I wanna be like you, I wanna be like

Why is it so hard to be true
Mean every word you say without being scared what the others think
Why is it so hard to be a saint
Pure in every way like you are dear mother

Mary, Holy Mary, I wanna be like you, I wanna be like

Pray for us, cover us gently with your love, pray for us mother of God
Pray for us, cover us gently with your sweet love, with your love

Mary, Holy Mary, I wanna be like you, I wanna be like you

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Kurzes update.

Wie entspannend Ferien sind, merkt man erst, wenn sie vorbei sind ;-)

Die ersten Wochen nach den großen Ferien sind bekanntermaßen immer besonders aufregend: Es gibt neue Stundenpläne, viele Termine, Freundschaften müssen wieder aufgenommen werden, neue Lehrer und Erzieher “verkraftet” werden…

  • die große Tochter hat viermal sieben Stunden und weil die Busse so selten fahren, kommt sie dann immer erst 16:30 Uhr nach Hause (wenn man sich überlegt, dass sie jeden Tag um sieben das Haus verlässt…)
  • ihr Schwimmtraining, das ihr wichtig ist, schafft sie so nicht mehr – wir stehen also in Kontakt mit der Schule, damit sich da etwas für die Fahrschüler aus den Dörfern ändert
  • der Zweitklässler langweilt sich gerade in der Schule: “Mama, wir machen nur das, was wir in der ersten Klasse schon hatten!” – die Fibel ist für ihn out, er hat in den Ferien den “Zauberer von Oz” und den “Satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch” gelesen
  • mit Schuljahresbeginn ist er ein Thüringer Sängerknabe geworden und begeistert uns mit wunderbaren Gesängen
  • unser Vorschulkind hat noch nicht wieder so rechte Lust auf den Kindergarten – er wäre nach den sechs Wochen Ferien wohl gern noch ein paar Wochen daheim geblieben
  • am liebsten strolcht er nachmittags über unseren Hof oder spielt mit einem von uns Fußball
  • das Frühlingsmädchen schnappt sich morgens freudig ihren Rucksack und marschiert schnurstracks in ihre Gruppe
  • sie singt und erzählt pausenlos – eine Freude, ihr zuzuhören
  • ich arbeite nun 33 Stunden und habe die stellvertretende Leitung in “meinem” Kindergarten übernommen – keine ganz leichte Aufgabe, weil es sowohl im Team als auch mit den Eltern einige schwierige “Baustellen” gibt und ich meine Rolle als Bindeglied zwischen Mitarbeitern und Leitung erst noch für mich klären muss – aber man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben
  • der Mann hat viel am Hof zu tun – er melkt die Ziegen und probiert sich im Käsen, die Bienen müssen in die Winterruhe begleitet und der Garten langsam auf den Winter vorbereitet werden
  • sein “Wieder-freischaffend-Sein” am Schreibtisch fordert auch viel Zeit und Engagement

Wir sind also alle gut “versorgt” und immer noch dabei, unser Familienmobilé neu auszubalancieren – nicht ganz leicht manchmal, aber…alles wird gut :-)