Lötkolben und Internet.

Ja, tatsächlich:

Gestern bin ich im Netz einfach mal auf die Suche gegangen, was unseren Geschirrspüler denn außer Gefecht gesetzt haben könnte. Und tatsächlich wurde ich fündig und fand auch gleich noch eine Reparaturanleitung für “Heimbastler” dazu. Und so machte der Mann sich mit Laptop und Lötkolben bewaffnet an die Operation. Und – tarrraaa – der Spüler läuft wieder (wohingegen uns wohl jeder Servicemitarbeiter des Herstellers zum Kauf eines neuen Spülers geraten hätte…).

[Das ganze hat mich wieder erinnert an diesen eindrücklichen Film über geplante Obsoleszenz, den ich Anfang des Jahres auf Arte sah:

Hausfraus Sonntagsfreuden.

Gut, dass ich heute früh gar nicht realisiert habe, dass der Mittlere nicht um sechs, sondern um fünf aufgestanden ist (Zeitumstellung und kleine Kinder sind inkompatibel).

Nachdem die Kinder im Garten und der Mann wegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit wieder im Bett verschwunden war, hatte ich den ganzen Vormittag Zeit und Muße (und Lust!), in der Küche zu wirbeln und neues auszuprobieren:

  • Apfel-Mandel-Kuchen gebacken
  • viiieeel Geschirr gespült, denn unsere Spülmaschine hat den Geist aufgegeben und jetzt merke ich erst, wieviel dreckige Teller, Tassen, Pfannen sich hier in kürzester Zeit stapeln können – noch hat das Spülen mit der Hand tatsächlich etwas meditatives
  • Kartoffel-Lauch-Apfel-Auflauf gemacht
  • und mich wirklich gefreut, die Küche am Sonntag mal nur für mich zu haben. Normalerweise nimmt nämlich der Mann hier immer schnell das Zepter (also den Kochlöffel) in die Hand und ich kann mich nur ehrfürchtig zurückziehen und hinterher das dreckige Geschirr wegräumen ;-)

Nächtliche Metamorphose.

Kurz vorm Schlafengehen wandere ich noch einmal durch die Wohnung: Schaue, ob alle Lampen aus sind, ob auch der Herd nicht mehr glüht, schließe Türen und prüfe, ob der Kater sich nicht irgendwo versteckt hat, sondern brav draußen Mäuse fängt. Danach gehe ich noch einmal zu den Kindern. die Große schläft tief und fest und falsch herum in ihrem Bett. Der Mittlere hat sich aufgedeckt und als ich ihn wieder zudecke, schmatzt er zweimal, dreht sich um und schläft weiter.

Als ich dem Lütten die verrutschte Decke wieder über die Schultern lege, sitzt er plötzlich aufrecht im Bett, grinst mich mit großen Augen an, sagt: “Ich bin ein Regenwurm!”, legt sich wieder hin und schnarcht weiter.

Und ich mache, dass ich aus dem Zimmer komme, damit ich nicht alle mit meinem Lachen wecke.

[Eigentlich wollte ich endlich von meinem Besuch bei meinen Eltern schreiben. Aber das geht nicht, es ist zu schwer. Stattdessen flüchte ich mich in all' das Schöne meiner Familie hier.]

Nochmal die Taschen aufmachen.

Denn das muss unbedingt noch mit.

Heute kam das Landleben-Wander-Buch aus der Schweiz bei mir an. Danke, liebe Bora!

Und ich freue mich auf drei Tage mit meiner Großen bei meinen Eltern.

Ein bisschen Ausschlafen.

Ein bisschen Muße zum Lesen.

Ein bisschen Exclusiv-Zeit für die Große.

***

Und hoffentlich gute Zeit mit meinem Vater…

Versprechen gehalten.

Das Brot ist wunderbar! Der Lütte mopste sich vor dem Abendessen erst den Kanten und dann noch zwei Scheiben aus dem Brotkorb und verzehrte alles genüsslich. Dabei kam mir wieder ein Spruch meines Vaters aus meiner Kindheit in den Sinn:

” Trocken Brot macht Wangen rot. Aber dicke Butterbröter machen sie noch viel, viel röter.”

  ich werde also wieder umsatteln zum Freigeschobenen.

Versuch.

Seit etlichen Monaten backe ich unser Brot in einer Kastenform, weil ich dadurch den Teig feuchter zubereiten kann und das Brot schön saftig wird. Heute fielen mir beim Aufräumen meine Gärkörbchen in die Hände und so gibt es endlich mal wieder ein freigeschobenes Brot – was mir, zumindest optisch, eigentlich besser gefällt.

Mal sehen, ob es hält, was es verspricht.

Sein lassen.

Vor ein paar Tagen, da telefonierte ich seit langem mal wieder mit meinem Vater. Meistens ist er nämlich unterwegs, wenn ich bei meinen Eltern anrufe – fährt von einem Arzttermin zum nächsten, liegt mal wieder ein paar Tage im Krankenhaus, ist zur Chemo oder einfach zu müde, ans Telefon zu kommen.

Aber jetzt haben wir fast zwei Stunden miteinander geredet. Und je länger das Gespräch dauerte, um so tiefer und ehrlicher wurde das, was mein Vater mir erzählte.

Von seiner Verzweiflung.

Von seiner Wut.

Von seiner Hoffnungslosigkeit.

Von seinem Neid.

Von seiner Einsamkeit.

Von seiner Angst.

Und ich sprach nicht viel. Hörte ihm einfach zu in dem Wissen, dass er das alles sonst tief und fest in sich verborgen hält. Dass er keine aufmunternden Worte, keine Ermutigungen braucht. Sondern einfach einen Ort zum Weinenkönnen.

Und das tat er.

Und das tat ich.

Luft zum Atmen.

Seit der Geburt der Großen habe ich eine ziemlich heftige Hausstauballergie: juckende Augen, kratzender Rachen, ständig verstopfte und laufende Nase, Müdigkeit, Niesattacken, juckende Haut. Von Schwangerschaft zu Schwangerschaft wurde sie stärker, gab zwischendurch immer mal wieder Ruhe, um dann umso heftiger wieder aufzuflammen – und jetzt bin ich soweit, dass ich hier sitze und um Luft ringe. Es pfeift beim Atmen und ich muss mich zwingen, ruhig zu bleiben und nicht vor lauter Panik noch schlechter Luft zu kriegen.

Am Donnerstag war ich bei einer HNO-Ärztin.  Die meint, es sähe nach allergischem Asthma aus, sie möchte gern, dass ich vor einer Weiterbehandlung einen Lungenfunktionstest bei einem Pneumologen machen lasse.

Tja, da habe ich jetzt auch einen Termin – für Mitte Januar (bei den anderen vier Ärzten, die ich anrief, wäre ich Mitte oder Ende März drangekommen)!

Und bis dahin?

Man kann sich Atemnot schlecht vorstellen, bis sie einem selbst die Brust einschnürt. Ich glaube nicht, dass ich das noch drei Monate so weiter durchhalte, durchhalten will. Und ich habe tatsächlich das Gefühl, dass nicht nur ich, sondern auch das Würmchen in meinem Bauch zu wenig Luft bekommt.

Fühlt sich nicht gut an, das.